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Wie man sensorische Überlastung bei Autismus überwindet

Die sensorische Überlastung bei Autismus bezieht sich auf einen Zustand, bei dem Individuen Schwierigkeiten haben, sensorische Informationen aus ihrer Umgebung zu verarbeiten und zu bewältigen. Dies kann eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Lichtern, Texturen und Gerüchen umfassen, was überwältigend werden und zu Gefühlen von Unbehagen oder Unwohlsein führen kann. Alltägliche Aktivitäten, die andere möglicherweise routinemäßig finden, wie Einkaufen oder soziale Interaktionen, können für jemanden, der eine sensorische Überlastung erlebt, herausfordernd werden. Die sensorische Überlastung kann auch körperliche Reaktionen wie Schwindel oder Kopfschmerzen verursachen. Verständnis und Unterstützung von Familie, Freunden und Fachleuten können eine entscheidende Rolle dabei spielen, Personen mit Autismus bei der Navigation und Bewältigung dieser sensorischen Herausforderungen zu unterstützen.

Die Reise von Alex 

Mit Autismus ins Büro 

Der Weg von Zuhause in die Arbeit gestaltet sich für jeden anders. In meinem Fall sind es etwa 45 Minuten mit Bus, Straßenbahn und U-Bahn. Speziell bei höheren Passagier-Zahlen vermutlich für jeden unangenehm, aber wenn eine Reizüberflutung dazu kommt, wird die Situation natürlich noch schlimmer.

So ziemlich jede Berührung lässt mich zusammenzucken. Ein anderer Passagier streift beim aus- oder einsteigen meine Schulter, eine andere Person stößt versehentlich mit dem Arm auf meinen Rücken, bei jedem Kontakt erschrecke ich. Hinzu kommen Lärmbelastung und viele visuellen Eindrücke.

Möglicheiten zum Ausgleich

Einige Möglichkeiten, diesem Stress engegenzuwirken, sind Kopfhörer oder Gehörschutz, um den Lärm zu dämpfen, eine Sonnenbrille gegen helle Lichter, oder generell Stoßzeiten vermeiden. Unangenehmen Körperkontakt versuche ich zu vermeiden, indem ich mir einen passenden Platz suche. Mit der Zeit habe ich beobachtet und ausgetestet, wo ich mich hinstellen oder hinsetzen kann, um einerseits nicht im dichtesten Gedränge der anderen Fahrgäste zu stehen, andererseits nahe am Ausgang zu bleiben, damit ich schnell und ohne viel Gedränge auch wieder aussteigen kann.

Diese Strategien helfen mir allerdings leider nur bis zu einem gewissen Punkt. Trotz Kopfhörern, bedeckten Augen und gezielter Platzsuche, um den Stress zu reduzieren, bin ich während der gesamten Zeit körperlich wie auch mental sehr angespannt, habe einen erhöhten Puls und bin zittrig.

Im Büro

Das wirkt sich natürlich negativ auf meine Arbeitsfähigkeit aus. Durch dieses erhöhte grundlegende Stresslevel wird es noch schwieriger, die notwendige Konzentration für wichtige Arbeiten zu finden und zu erhalten, weshalb eine ruhige Umgebung im Büro noch wichtiger ist, um als Ausgleich zu wirken. Selbst geringfügige Ablenkungen oder unerwartete Ereignisse, wie etwa unangekündigter Besuch, kurzfristige Terminänderungen oder ähnliches, können dann meine Konzentration für längere Zeit stören. Eine Arbeitsumgebung, die es mir ermöglicht, diese Ablenkungen und andere sensorische Reize zu dämpfen, etwa durch Kopfhörer, ist in solchen Situationen sehr hilfreich.

Rückweg

Der Rückweg am Ende des Arbeitstages fühlt sich durch die vorhergehende Belastung noch anstrengender an. Was am Vormittag nur geringfügig störend war, ist am Nachmittag schon auffälliger. Wenn ich nachhause komme, würde ich gerne behaupten, ich würde mich hinsetzen, aber es fühlt sich eher an, als würde ich kollabieren. Jegliche Körperspannung ist schlagartig verschwunden, meine Arme und Beine hängen nur noch von mir weg und meine Gedanken kreisen unkontrolliert umher. Meistens dauert es 10 bis 15 Minuten, bevor ich überhaupt wieder einen klaren Gedanken fassen kann. Diesen Zustand bezeichnen Psychologen als „Shutdown“. Der Verstand wandert in eine passive, teilnahmslose Verarbeitung der vorherigen Eindrücke, bis genügend Stress abgebaut und genügend Reize verarbeitet sind.

Angeeignete Strategien, Routinen und Verhaltensweisen sind für mich in dieser Situation nicht nur eine willkommene Beruhigung, sondern dringend notwendig, um am nächsten Tag oder in der nächsten Woche überhaupt wieder arbeiten zu können. Für soziale Aktivitäten, wie etwa in eine Bar zu gehen, habe ich meistens zu wenig Energie. Zudem sind solche Aktivitäten immer mit noch mehr Reizen, lauter Musik, hellen Lichtern und Menschenmengen verbunden.

Alternativ könnte ich von zuhause aus arbeiten. Alle meine Tätigkeiten, inklusive Arbeitszeiterfassung, können online durchgeführt werden. Dadurch würde ich mir den Stress des Arbeitswegs ersparen, andererseits kann sich diese Entscheidung negativ auf meine mentale Gesundheit auswirken, durch die mangelnde körperliche Bewegung und Interaktion mit meinen Kollegen.

Erklärungsversuche

Ich bin in der Vergangenheit häufiger auf Unverständnis mit diesen Problemen gestoßen und musste mir sagen lassen, Zitat, „Naja, mit dem Gedränge und dem Lärm müssen ja alle anderen in der U-Bahn auch zurecht kommen“. Ist zwar richtig, aber im Gegensatz zu vielen anderen leide ich, wie andere Autisten, an einer Reizüberflutung, die eine zusätzliche, außergewöhnliche Erschwernis darstellt.

Mein Therapeut hat diese Situation so beschrieben, als wäre das Leben ein Marathon. Es ist prinzipiell korrekt, dass alle Teilnehmer die Strecke laufen müssen, nur mit dem Unterschied, dass ich mit einem gebrochenen Bein antrete und die gesamte Strecke bergauf führt.

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Alex ist ein geschätztes und langjähriges Mitglied des Brainhero-Teams. Er absolvierte die Vienna Business School und übernimmt seit 2020 wichtige und geschätzte Aufgaben als Softwaretester und Testmanager. Seine präzisen und persönlichen Einblicke helfen uns dabei, unsere Therapie wirklich an die spezifischen Bedürfnisse anzupassen und geben eine großartige Anleitung, um gemeinsam die Zukunft von Brainhero zu gestalten.

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Brainhero fördernd bei Kindern im Autismusspektrum das Ursache-Wirkungsverständnis und trägt damit zur besseren Entwicklung des betroffenen Kindes bei. Ganz ohne Medikamente. 

Anhand eines Vorabfragebogens erfasst das Brainhero Team die Symptome deines Kindes und bewertet die Veränderungen am Ende mit einem Nachbefragungsbogen. Du als Elternteil erhältst dann am Ende einen Bericht über die tatsächliche Symptomreduzierung.

Vereinbare jetzt gleich einen Termin mit unserem Team und erfahre mehr über die Vorteile einer Therapie für zu Hause!

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Wie man sensorische Überlastung bei Autismus überwindet

Die sensorische Überlastung bei Autismus bezieht sich auf einen Zustand, bei dem Individuen Schwierigkeiten haben, sensorische Informationen aus ihrer Umgebung zu verarbeiten und zu bewältigen. Dies kann eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Lichtern, Texturen und Gerüchen umfassen, was überwältigend werden und zu Gefühlen von Unbehagen oder Unwohlsein führen kann. Alltägliche Aktivitäten, die andere möglicherweise routinemäßig finden, wie Einkaufen oder soziale Interaktionen, können für jemanden, der eine sensorische Überlastung erlebt, herausfordernd werden. Die sensorische Überlastung kann auch körperliche Reaktionen wie Schwindel oder Kopfschmerzen verursachen. Verständnis und Unterstützung von Familie, Freunden und Fachleuten können eine entscheidende Rolle dabei spielen, Personen mit Autismus bei der Navigation und Bewältigung dieser sensorischen Herausforderungen zu unterstützen.

Die Reise von Alex 

Mit Autismus ins Büro 

Der Weg von Zuhause in die Arbeit gestaltet sich für jeden anders. In meinem Fall sind es etwa 45 Minuten mit Bus, Straßenbahn und U-Bahn. Speziell bei höheren Passagier-Zahlen vermutlich für jeden unangenehm, aber wenn eine Reizüberflutung dazu kommt, wird die Situation natürlich noch schlimmer.

So ziemlich jede Berührung lässt mich zusammenzucken. Ein anderer Passagier streift beim aus- oder einsteigen meine Schulter, eine andere Person stößt versehentlich mit dem Arm auf meinen Rücken, bei jedem Kontakt erschrecke ich. Hinzu kommen Lärmbelastung und viele visuellen Eindrücke.

Möglicheiten zum Ausgleich

Einige Möglichkeiten, diesem Stress engegenzuwirken, sind Kopfhörer oder Gehörschutz, um den Lärm zu dämpfen, eine Sonnenbrille gegen helle Lichter, oder generell Stoßzeiten vermeiden. Unangenehmen Körperkontakt versuche ich zu vermeiden, indem ich mir einen passenden Platz suche. Mit der Zeit habe ich beobachtet und ausgetestet, wo ich mich hinstellen oder hinsetzen kann, um einerseits nicht im dichtesten Gedränge der anderen Fahrgäste zu stehen, andererseits nahe am Ausgang zu bleiben, damit ich schnell und ohne viel Gedränge auch wieder aussteigen kann.

Diese Strategien helfen mir allerdings leider nur bis zu einem gewissen Punkt. Trotz Kopfhörern, bedeckten Augen und gezielter Platzsuche, um den Stress zu reduzieren, bin ich während der gesamten Zeit körperlich wie auch mental sehr angespannt, habe einen erhöhten Puls und bin zittrig.

Im Büro

Das wirkt sich natürlich negativ auf meine Arbeitsfähigkeit aus. Durch dieses erhöhte grundlegende Stresslevel wird es noch schwieriger, die notwendige Konzentration für wichtige Arbeiten zu finden und zu erhalten, weshalb eine ruhige Umgebung im Büro noch wichtiger ist, um als Ausgleich zu wirken. Selbst geringfügige Ablenkungen oder unerwartete Ereignisse, wie etwa unangekündigter Besuch, kurzfristige Terminänderungen oder ähnliches, können dann meine Konzentration für längere Zeit stören. Eine Arbeitsumgebung, die es mir ermöglicht, diese Ablenkungen und andere sensorische Reize zu dämpfen, etwa durch Kopfhörer, ist in solchen Situationen sehr hilfreich.

Rückweg

Der Rückweg am Ende des Arbeitstages fühlt sich durch die vorhergehende Belastung noch anstrengender an. Was am Vormittag nur geringfügig störend war, ist am Nachmittag schon auffälliger. Wenn ich nachhause komme, würde ich gerne behaupten, ich würde mich hinsetzen, aber es fühlt sich eher an, als würde ich kollabieren. Jegliche Körperspannung ist schlagartig verschwunden, meine Arme und Beine hängen nur noch von mir weg und meine Gedanken kreisen unkontrolliert umher. Meistens dauert es 10 bis 15 Minuten, bevor ich überhaupt wieder einen klaren Gedanken fassen kann. Diesen Zustand bezeichnen Psychologen als „Shutdown“. Der Verstand wandert in eine passive, teilnahmslose Verarbeitung der vorherigen Eindrücke, bis genügend Stress abgebaut und genügend Reize verarbeitet sind.

Angeeignete Strategien, Routinen und Verhaltensweisen sind für mich in dieser Situation nicht nur eine willkommene Beruhigung, sondern dringend notwendig, um am nächsten Tag oder in der nächsten Woche überhaupt wieder arbeiten zu können. Für soziale Aktivitäten, wie etwa in eine Bar zu gehen, habe ich meistens zu wenig Energie. Zudem sind solche Aktivitäten immer mit noch mehr Reizen, lauter Musik, hellen Lichtern und Menschenmengen verbunden.

Alternativ könnte ich von zuhause aus arbeiten. Alle meine Tätigkeiten, inklusive Arbeitszeiterfassung, können online durchgeführt werden. Dadurch würde ich mir den Stress des Arbeitswegs ersparen, andererseits kann sich diese Entscheidung negativ auf meine mentale Gesundheit auswirken, durch die mangelnde körperliche Bewegung und Interaktion mit meinen Kollegen.

Erklärungsversuche

Ich bin in der Vergangenheit häufiger auf Unverständnis mit diesen Problemen gestoßen und musste mir sagen lassen, Zitat, „Naja, mit dem Gedränge und dem Lärm müssen ja alle anderen in der U-Bahn auch zurecht kommen“. Ist zwar richtig, aber im Gegensatz zu vielen anderen leide ich, wie andere Autisten, an einer Reizüberflutung, die eine zusätzliche, außergewöhnliche Erschwernis darstellt.

Mein Therapeut hat diese Situation so beschrieben, als wäre das Leben ein Marathon. Es ist prinzipiell korrekt, dass alle Teilnehmer die Strecke laufen müssen, nur mit dem Unterschied, dass ich mit einem gebrochenen Bein antrete und die gesamte Strecke bergauf führt.

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Alex ist ein geschätztes und langjähriges Mitglied des Brainhero-Teams. Er absolvierte die Vienna Business School und übernimmt seit 2020 wichtige und geschätzte Aufgaben als Softwaretester und Testmanager. Seine präzisen und persönlichen Einblicke helfen uns dabei, unsere Therapie wirklich an die spezifischen Bedürfnisse anzupassen und geben eine großartige Anleitung, um gemeinsam die Zukunft von Brainhero zu gestalten.

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Brainhero fördernd bei Kindern im Autismusspektrum das Ursache-Wirkungsverständnis und trägt damit zur besseren Entwicklung des betroffenen Kindes bei. Ganz ohne Medikamente. 

Anhand eines Vorabfragebogens erfasst das Brainhero Team die Symptome deines Kindes und bewertet die Veränderungen am Ende mit einem Nachbefragungsbogen. Du als Elternteil erhältst dann am Ende einen Bericht über die tatsächliche Symptomreduzierung.

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